Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden zunächst für ausgewählte Immobilien eines deutschen Landkreises, darunter Schulen, Verwaltungsgebäude, Schwimmbäder und weitere öffentliche Einrichtungen, arbeitsbereichsbezogene Gefährdungsbeurteilungen im Zuge von Begehungen durchgeführt. Ziel war eine fundierte Risikoabschätzung als Grundlage für den anschließenden Rollout auf sämtliche Liegenschaften. Der Schwerpunkt lag dabei auf der systematischen Erfassung der von den vorhandenen Arbeitsmitteln und technischen Anlagen ausgehenden Gefährdungen, insbesondere im Hinblick auf die Tätigkeiten der eigenen Beschäftigten (z. B. Hausmeister) sowie der jeweiligen Nutzergruppen. Ergänzend wurden weitere relevante Gefährdungsfaktoren berücksichtigt, etwa solche durch biologische Einwirkungen, potenzielle Amoklagen oder sonstige äußere Einflüsse, einschließlich möglicher Wechselwirkungen mit der Arbeitsumgebung. Soweit im Rahmen der Begehungen beurteilbar, flossen auch eingesetzte Arbeitsmittel, verwendete Gefahrstoffe, organisatorische Rahmenbedingungen und sich daraus ergebende psychische Belastungsfaktoren in die Bewertung ein.
Die identifizierten Gefährdungs- und Belastungsfaktoren wurden den Gefährdungsgruppen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) zugeordnet und nach dem Modell von Nohl risikobewertet. Darauf aufbauend erfolgte die Ableitung geeigneter Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip. Zusätzlich wurden eine umfassende Fotodokumentation sowie ein Instandsetzungsmaßnahmenplan erstellt. Für die Pilotphase wurden spezifische Formulare zur strukturierten Durchführung der Begehungen entwickelt, die anschließend als anlagen- und tätigkeitsbezogene Checklisten für das CAFM-System der Verwaltung des Landkreises weiterentwickelt wurden.
Auf Basis einer Klassifikation der überwachungsbedürftigen und sonstigen technischen Anlagen sowie Arbeitsmittel nach Anlagentypen, einschließlich der Verknüpfung zu bzw. des Exports aus dem FOM-System, wurde ein Prüf- und Instandhaltungsplan erstellt, der Regelwerke, Prüfarten, Zyklen und erforderliche Befähigungen umfasst. Abschließend entstand ein erster Entwurf für eine optimierte Aufbauorganisation, dessen weitere Ausarbeitung und Umsetzung in einem separaten Folgeprojekt erfolgen soll.




